Holderbank-Blog

von Mireille & Pasci

Wir möchten uns vorab ganz herzlich bei den tierliebenden Personen bedanken, welchen wir das Auffinden und Einfangen unserer beiden Ausreisser zu verdanken haben.

  • Herr Frei (der aufmerksame Radfahrer)
  • Esther (Herr Frei's Kollegin, welche mich dank der Meldung bei STMZ kontaktiert hat)
  • Frau Eberle (Mitarbeiterin Personalrestaurant Aarehuus)
  • Arbeitskolleginnen von Frau Eberle

Hinweise zum Aufenthaltsort

Am Montagmorgen habe ich eine SMS und eine E-Mail von Esther erhalten, dass ihr Kollege vermutlich unsere Katzen auf seinem Arbeitsweg der Aare entlang gesehen hatte. Sie schickte uns auch gleich eine Karte, in welchem Bereich er die beiden gesehen hatte. Auf der Karte sah das noch äusserst überschaubar aus.

Die nachstehende Kartenversion ist nun mit Längeangabe. Die Länge des Bereichs waren gute 700 m. 

Sichtungsbereich

Erster Tag (Montag)

Ich habe mich anhand der E-Mail bereits über Mittag auf den Weg gemacht und bin die Strecke abgelaufen. Es liess sich aber keine Katze blicken. Im Anschluss habe ich mich mit Esther in Verbindung gesetzt um weitere Informationen zu erhalten. Offenbar wurden die Katzen frühmorgens zwischen 5 und 6 Uhr angetroffen.

Am Abend - ich schätze so zwischen 20:00 und 20:30 Uhr - sind Mireille und ich gemeinsam noch auf die Suche. Das bei Dämmerung bzw. bei Dunkelheit aufmerksame Absuchen des Geländes per Taschenlampe ist sehr anstrengend. Raschelgeräusche im Dickicht durch Kleintiere und Vögel waren auch äusserst mühsam und strapazierten unsere Aufmerksamkeit. Als wir ca. 1 Stunde später ohne Ergebnisse nach Hause gingen, war es bereits stockdunkel und wir ziemlich müde.

Zweiter Tag (Dienstag)

Frühmorgens (nach 5 Uhr) kämpften wir uns aus dem Bett, um zeitig erneut auf die Suche nach unseren vermissten Büsis zu gehen. Nach 5:30 Uhr waren wir endlich dort und suchten das von Esther gemeldete Gebiet ab. Müde und enttäuscht hatten wir ¾ h später ohne jegliche Lebenszeichen einer Katze erneut die Suche abgebrochen.

Am Abend um 20 Uhr haben wir einen weiteren Versuch gestartet. Diesmal haben wir die angebotene Hilfe von Esther gerne angenommen. Doch auch diesmal sollten wir keine "leuchtenden" Büsi-Augen mit der Taschenlampe finden. Wir haben uns auch nicht gescheut abseits des üblichen Weges durch das Dickicht auf Trampelpfaden das Gebiet zu durchsuchen. Aber auch so wollte offenbar keine Mieze entdeckt werden.

Esther hatte bereits mit dem Tierschutz Kontakt aufgenommen und mir die Daten dann noch weitergeleitet.

Dritter Tag (Mittwoch)

Inzwischen kämpfen wir schon spürbar mit der Müdigkeit und der Anstrengung. Wir duchkämmten die gewohnten Bereiche immer wieder mit den Taschenlampen. Die Hoffnung doch noch "leuchtende" Katzenaugen zu entdecken, war noch stärker. An diesem Morgen - es war schätzungsweise 5:45 Uhr - sahen wir in der Ferne endlich ein paar Katzenaugen. Im selben Moment fuhr gerade ein Fahrradfahrer aus Richtung Brugg auf uns zu, hielt an und sprach uns an; der Fahrradfahrer war Herr Frei.

Ich bin dann alleine in die Richtung der "Katzenaugen" gegangen. Herr Frei und Mireille blieben am Treffpunkt stehen um die Katze nicht noch mehr zu verscheuchen. Die Katze lief immer wieder ein Stück weiter von mir weg. Langsam konnte ich ihr dann doch näher kommen. Als sie wieder einmal ins Gebüsch huschte, dachte ich schon, jetzt werde ich sie wieder nicht sehen. Als ich langsam zum letzten Ort gegangen bin, konnte ich eine schwarz-weisse Katze im Dickicht erkennen. Sie war ca. 3 - 4 m von mir entfernt; völlig unerreichbar wegen der Böschung und dem Dickicht. Ein paar Sekunden später erkannte ich die typische Gesichtszeichnung von "Felix". Er war es wirklich. Kurz darauf habe ich auch noch sein herzzerreissendes Miauen gehört. Da ich ihn nicht hervor locken konnte, habe ich die weitere Verfolgung abgebrochen. Ich habe dann erst bemerkt, dass ich ihn schon weit in Richtung Wildegg getrieben habe und die Lichter von Herrn Frei und Mireille gar nicht mehr erkennen konnte.

Am Vormittag hatte ich mich dann mit Frau Gmür vom Tierschutz Aargau telefonisch in Verbindung gesetzt und mich nach den Katzenfallen erkundigt. Am Nachmittag hatte ich dann gleich zwei Fallen dort abgeholt und mich instruieren lassen, wie diese funktionieren und was ich sonst noch beachten musste.

Da Mireille an diesem Abend arbeitete, hatte ich mich allein am Abend nochmals aufgemacht und meine ersten Erfahrungen mit den Fallen gemacht. Die Aussichten waren aber äusserst gering, da wir am Abend eh nie eine Katze zu Gesicht bekamen. Für einen Testlauf hat es aber allemal gereicht.

Vierter Tag (Donnerstag)

Es ist mal wieder nach 5 Uhr morgens. Wir sind müde und kraftlos aber motiviert bei diesem miesen Wetter in der Dunkelheit die Büsi-Fallen aufzustellen, um endlich Erfolg zu haben. Nachdem 15 Minuten für die Vorbereitung und das Aufstellen der Fallen verstrichen sind, machten wir uns auf unsere üblichen Runden mit Taschenlampen bewaffnet. Auf der Suche nach einem paar leuchtenden Katzenaugen und einem bekannten Büsi-Gesicht. An diesem Morgen konnte ich immerhin auch Luna anhand ihrer Gesichtszeichnung identifizieren. Bisher hatte sie Mireille einmal bei Wochenbeginn entdeckt.

Danach haben wir uns erneut ins Auto zurückgezogen. Es regnet mal wieder. Die Autotüre habe ich leicht geöffnet um ein Zuschnappen der Falle mitzubekommen. Leider wollte es auch an diesem Morgen aber nicht klappen. Die Büsi zu Hause freuten sich dafür über eine erneute Zusatzportion Nassfutter, dem ungenutzten Lockmittel aus den Fallen.

Vormittags hat Mireille noch bei der Kantine Personalrestaurant Aarehuus angerufen um zu klären, ob dort schwarz-weisse Katzen gesichtet wurden. Frau Eberle hat den Anruf entgegen genommen und bestätigt, dass Katzen mit dieser Färbung bei ihnen schon gesehen wurden. Sie hat uns versichert, dass falls die Katzen erneut bei ihnen auftauchen würden, sie sich bei uns telefonisch melde.

Am Abend haben wir erneut die Fallen gestellt und uns direkt auf die Suche nach Katzen gemacht. Das Wetter meinte es wiederum nicht gut mit uns; es war sehr ungemütlich. Wir hatten Mitleid mit unseren Ausreissern. Offenbar hielten sich die beiden aber abends woanders auf. Wir räumten die Fallen wieder leer ab und fuhren nach Hause.

Fünfter Tag (Freitag)

Auch diesen Morgen waren wir zur üblichen Zeit an der Aare auf der Suche nach unseren Katzen. Diesmal haben wir die Katzenfallen an anderen Orten platziert und haben uns getrennt auf die Suche gemacht. Beim Bach habe ich zwar Katzenaugen entdeckt, jedoch gehörten diese zu einer rot-weissen Katze, welche sich über meinen Besuch nicht so gefreut hatte. Mireille hatte überhaupt keinen Erfolg. Auch in der Nähe der Kantine haben wir uns umgeschaut. Die gesuchten Büsi haben diesmal wohl woanders "ausgeschlafen"?! Nach ca. 2 h Stunden mit Suchen und Warten im kalten Auto und nassen Schuhen haben wir die Übung wieder abgebrochen. Das Wetter war wirklich äusserst ungemütlich, was sich aber am Abend noch verschlimmerte.

Um 17 Uhr haben wir dann einen Anruf von Frau Eberle erhalten, dass die beiden nun bei ihnen aufgetaucht seien. Wir waren jedoch dummerweise unterwegs und standen im Stau. Um 20 Uhr waren wir dann endlich wieder zu Hause und haben uns dann umgehend auf den Weg zur Kantine gemacht. Unser Glück war, dass in der Kantine ausgerechnet ein Anlass war. Sonst hätten sie bereits geschlossen gehabt.

Der Suchbereich um die Kantine (mit Position der Fallen und Suchwegen)

Als wir vor Ort waren, haben wir gleich die Fallen vorbereitet (siehe "Orange Box" auf der Karte) und sind damit in Richtung Lieferanten-Eingang. Als ich meinen Korb platzieren wollte, ist mir Felix auf einem Paletten-Stapel aufgefallen. Er hatte uns still beobachtet. Als die Fallen platziert waren, haben wir uns erneut getrennt und den Bereich noch nach Luna abgesucht. Als ich wieder durch den Wald zur Kantine kam, ist mir eine Katze bei dem Stappel aufgefallen und dachte, dass es wohl Felix ist. Ich dachte schon, dass es wohl nicht geklappt hatte. Erst als ich um die Ecke kam, hatte ich festgestellt, dass in einer Falle sich Felix befand. Zuvor hatte ich also Luna und nicht Felix gesehen.

Ich beeilte mich im Wagen die Decke zu holen, damit er sich beruhigt und nicht ständig gegen die Plexiglas-Scheibe rennt, weil er flüchten wollte. Beim anschliessenden Versuch die andere Falle näher zu Luna zu schieben, schnappte diese zu und verscheuchte Luna. Ich ärgerte mich minutenlang über mein Missgeschick, weil wir sie danach nur noch kurz einmal sahen und dann nicht mehr. Nach ca. 30 Minuten habe ich dann Felix nach Hause gebracht und mir noch schnell trockene Sachen angezogen. Es schüttet zu dieser Zeit wie aus Kübeln. Mireille hatte in dieser Zeit nochmals eine Suche gestartet (rote Pfeilemarkierungen).

Als ich wieder bei der Kantine angekommen war, haben wir die eine Falle dort stehen lassen und ich habe Mireille erst nach Hause gefahren. Ich wollte Luna noch etwas mehr Ruhe und Zeit geben; ich wollte sie ungern alleine in der Nacht zurück lassen. Als ich diesen Abend zum dritten Mal bei der Kantine ankam, gab es noch immer keine Spur von Luna. Es schütte noch immer wie aus Kübeln. Eine weitere Suche (roter Pfeil links oben) durch den bewaldeten Bereich war wieder erfolglos; es war durch den intensiven Regen auch viel zu laut im Wald, man konnte nicht mal sein eigenes Wort verstehen. Weil die Falle weiterhin leer war, packte ich widerwillig die Falle ein und fuhr nach Hause. Als ich zu Hause ankam, war es um 23 Uhr.

Der mitgenommene aber sichtlich entspannte Felix

Sechster Tag (Samstag)

Nach einer unruhigen Nacht machte ich mir Sorgen, wie wir Luna nun in die Falle locken konnten. Ich rechnete mit einem laaaangen Morgen und dem einen oder anderen Nickerchen im kalten, feuchten Auto.

Es ist erneut kurz nach 5 Uhr morgens. Diesmal parkierten wir direkt bei der Kantine beim überdachten Parkplatz (blauer Punkt). Immerhin regnet es nicht mehr. Es war aber noch alles nass. Ohne grosse Hoffnung, dass sie sich irgendwo in der Nähe befand, liefen wir in Richtung Lieferanteneingang. Als der Bewegungsmelder das Licht beim Eingang einschaltete, haben wir eine Katze beim Eingang entdeckt. Genau dort, wo die beiden vom Personal am Vortag gefüttert wurden. Mireille blieb stehen und ich ging weiter. Ich wollte die Falle auf der gegenüberliegenden kleinen Wiese platzieren. Luna huschte aber bereits weiter weg. Ich habe die Box dann gleich beim Eingang (rote quadratische Markierung) anstelle der Wiese platziert. Wir sind anschliessend mit der anderen Falle wieder zurück zum Auto und haben gewartet. Keine 10 Minuten später hörten wir bereits die Katzenfalle zuschnappen. Wir waren erstaunt, dass es so schnell ging. Offensichtlich hatte Luna sehr grossen Hunger.

Luna in der kuschligen Katzenbaumhöhle

Mireille und ich waren sichtlich erleichter und es fiel uns ein grosser Stein vom Herzen. Dass wir so schnell Erfolg hatten, hätten wir nicht erwartet.

Luna und Felix zusammen aber in Quarantäne

Zu Hause freute sich Felix, dass seine Freundin Luna auch wieder da ist.

Luna und Felix im Trockenen am kuscheln

Damit wir durch die Ausreisser keine ansteckenden Krankheiten (wie beispielsweise Gardien) auf die gesamte Meute verteilten, blieben die beiden vorerst bei mir im Büro in Quarantäne.

Ergebnis vom Tierarzt

Wie befürchtet haben die beiden Würmer und werden seit gestern bereits entsprechend behandelt. Bei Luna bzw. in ihrem Kot wurden Gardien gefunden. Beide bekommen deshalb die nächsten 10 Tage jeweils 2x am Tag "die bittere Pille" (effektiv) sowie täglich übers Futter ein Mittel für den Aufbau der Darmflora. Die Quarantäne bleibt für beide entsprechend lang erhalten. Ein Besuch bei den Geschwistern muss noch warten...

Die Katzenfalle

KatzenfallenKatzenfalle: Weisse Wippe/Auslöser für das FutterKatzenfalle: Scharf gestellt

Funktionsweise

Die Katze löst durch das Betreten vom weissen Brett den hinteren Schieber aus, welcher dann runterfällt. Damit sich die Katze beim Betreten der Falle nicht zu beengt fühlt, ist beim Futter die Abtrennung aus transparentem Kunststoff (Plexiglas) und auf der Seite ist ein Fenster mit Gitter bedeckt.

Tipp
Im Aargau werden solche Katzenfallen leihweise vom Aargauischen Tierschutz herausgegeben. Eventuell haben aber auch Tierärzte solche Katzenfallen; bei Bedarf einfach bein Deinem Tierarzt anfragen.

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